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EBook: ISBN 9783844870466  
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Sommerliebe

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Am 26.4.2012 kleine Gemeinschaftslesung zum Welttag des Buches

Beim Demokratischen Frauenbund in der Kunnerwitzer Straße in Görlitz

Sommerliebe

Wien - Venedig - Toskana Wien - Venedig - Toskana

Alle Leute schauten auf Eva, als wir das Restaurant betraten, die Männer voller Bewunderung und die Frauen..., nun ja, man muss sagen, recht missbilligend.

Mario kam gleich auf uns zu, und versuchte ziemlich schamlos mit Eva zu flirten. Ich muss ziemlich grantig geschaut haben, denn er entschuldigte sich sofort, als er meinen Blick sah, lächelte und sagte, „Entschuldige Peter, aber bei einer so schönen Frau geht mein Temperament mit mir durch.“ Er führte uns zu einem wunderbaren Ecktisch, gab uns die Speise- und die Weinkarte und verschwand wieder in der Küche.

 

 

 ISBN: 978-3-8391-0164-3

 

€ 8,95

Ich mach was mit Büchern

Toscanische Episoden

Materialien für ein nächstes Buch

Drei Episoden erzählen wie es Eva und Peter in ihrer neuen Heimat ergeht.

Toscanische Impressionen

Materialien für ein nächstes Buch

Die italienischen Momente beginnen für uns, wenn wir unser Auto auf dem Parkplatz abgegeben haben und unser kleines Hotel an der Via Nazionale erreicht haben. Hier im Herzen von Florenz beginnt Italien, das richtige Italien. Von unserem Zimmer unter dem Dach können wir auf die ziegelrote Kuppel, Brunelleschis Domkuppel blicken. Im Hof stehen ein paar Palmen und Zitronenbäume und wir liegen uns glücklich in den Armen, froh darum wieder daheim zu sein in La Fiorentina, unserem Florenz.
Wir ziehen uns frische Klamotten an, laufen um ein paar Ecken an der gusseisernen Konstruktion der Markthalle vorbei, über den von Menschen wuselnden Ledermarkt und erreichen die kopfsteingeflasterte Piazza an der Kirche San Lorenzo. Ein Glas Wein als Willkommenstrunk, dafür muss Zeit sein. Ein Tischchen unter der Markise ist noch frei. Viele, sehr viele Touristen aus allen möglichen Ländern schlendern über den Platz. Ich betrachte einmal mehr die archaische Fassade der Medicikirche. Mehr von Florenz ist heute nicht drin. Vielleicht bleibt uns morgen früh zum Abschied noch der grandiose Blick von der Piazza Michelangelo über das Stadtpanorama.

Dann laufen wir zurück, die paar Meter am Park vorbei zu unserem kleinen Ristorante, wo wir im Innenhof unter Bäumen zu Abend essen.
Die Luft ist lau, Grillen begleiten mit ihrem Konzert unser Mahl. Wir teilen uns eine große Schüssel Bauernsalat und trinken dazu den offenen roten Hauswein, ein gehaltvoller Roter von den Hügeln des Chianti. Kerzen brennen auf den weißgedeckten Tischen, im Hintergrund begleiten uns leise italienische Musik, leichtes Gläserklirren und Wortfetzen. Die blühenden Sträucher und Blumen im Garten verbreiten einen betörenden Duft. Endlich ist es wieder warm, nach unserem verregneten August genießen wir die lauen Temperaturen.

Nach dem Frühstück laden wir unser Handgepäck ins Auto und verlassen Florenz. Die Straße zur Piazza Michelangelo ist verstopft von Ausflugsbussen. Schweren Herzens verzichten wir auf den Abstecher.
Gleich hinter Florenz befinden wir uns schon auf der Chiantigiana, einer der schönsten Straßen der Toskana, die sich durch die mit Zypressenreihen bewachsenen Hügel, Weinberge, Olivenhaine und Städtchen des Chianti windet und Florenz mit Siena verbindet. Wer Zeit hat und die Fahrt genießen will, sollte die Schnellstraße über Poggibonsi vermeiden und wie wir der 222 folgen.
Städtchen wie Strada, Greve und Castellina bieten viel fürs Auge und den Gaumen. Schließlich sind wir hier mitten im Herzen des Chianti Classico, dem Land des Gallo Nero.
Hier in Castellina verabschieden wir uns von der Chiantigiana und fahren die paar Kilometer zu unserem Ziel, dem alten von Mauern und Türmen umgebenen Städtchen. Etwas außerhalb bewirtschaften Waltraud und Luca ihr alteingesessenes Weingut.
Im Vergleich zu den 350 ha ihres Nachbarn der Agricola Monterinaldi ist es eher klein, dafür können sie aber von der Qualität her gut mithalten.

Wir fahren den Hügel hinauf auf den weitläufigen Hof, steigen aus und atmen tief durch.
Waltraud steht in der Tür des Gutshauses und begrüßt uns herzlich.

Fattoria Fattoria

Toscanische Impressionen (II)

Porcini, Vipern, ein verdammt guter Wein und der Empfang beim Bürgermeister


In aller Herrgottsfrühe tranken wir noch etwas schlaftrunken unseren Caffé, dann stiegen wir in Lucas Geländewagen und Stefano fuhr mit uns ein paar Kilometer bis zu einem kleinen Parkplatz am Waldrand. Wir schlüpften in unsere Gummistiefel, nahmen die Körbe und gingen auf Pilzsuche. Waltraud wollte uns ein typisches Pilzgericht der Gegend servieren, frische Steinpilze mit Knoblauch -Funghi porcini trifolati-.
„Nehmt Gummistiefel mit, hier gibt es giftige Vipern. Passt auf, wenn ihr die Pilze erntet“ hatte Waltraud uns ermahnt.
Stefano hat nur gelacht, „Um diese Tageszeit sind sie noch viel zu träge.“
Trotzdem mit gehörigem Respekt suchten wir den Waldboden nach Porcini (Steinpilzen) ab. Schon bald sahen wir ein ganzes Nest, einer schöner wie der Andere. So große Pilze hatten wir bei uns nur ganz selten einmal gefunden. Schnell waren die Körbe voll und wir fuhren wieder heim. Jetzt fingen auch die Mägen an zu knurren.
Am Sonntag machten wir einen Ausflug zum Castello di Volpaia. Ein mittelalterliches Dorf mit Burg empfing uns im strahlenden Sonnenschein. Das Dorf ist nicht mehr bewohnt, sondern gehört zum Weingut der Stianti Mascheroni. Die riesigen miteinander verbundenen Kellerräume werden als Lagerkeller für den excellenten Wein genutzt. Einige Häuser dienen als Ferien- und Gästewohnungen und als Büros des Weingutes. In der ehemaligen Kirche befindet sich heute ein Informationszentrum für Touristen und Weinliebhaber.
Der Höhepunkt war aber natürlich die Verkostung des einheimischen Weines. Obwohl wir sonst eher Rotweinliebhaber sind, war der Bianco Val d`Arbia ein Gedicht, und wir haben spontan ein paar Flaschen erstanden.

Wir bummelten gemütlich durch die Via Romana, die Einkaufsstraße, und schauten in die Auslagen der kleinen Läden, als uns Manfredo, Stefanos älterer Bruder über den Weg lief. Er war auf dem Weg ins Municipio, ins Rathaus. Manfredo ist im Gemeinderat und hatte ein paar Dinge zu erledigen.
„Kommt doch mit, dann führe ich euch durch unser Rathaus.“ Das weiße Haus mit den beiden hohen Torbögen lag direkt vor uns.
Manfredo zeigte uns sein Büro und den Sitzungssaal. „Und hier ist das Büro unseres Sindaco, des Bürgermeisters.“ Da öffnete sich die Tür und der Bürgermeister stand leibhaftig vor uns. Er begrüßte Manfredo und uns herzlich und bat uns in sein Büro. Wir unterhielten uns eine knappe Viertelstunde lebhaft miteinander auch über Görlitz, er hatte von der Flut gehört, bevor Signore Aterini und Manfredo zu ihren Terminen mussten.
Das war also unser „Empfang“ durch den Bürgermeister.

Toscanische Impressionen III

 

 

Un`estate italiana, ein italienischer Sommer

 

Der Wein trinkt die Hitze der Sonne mit vollen Zügen. Der  warme Sommerwind streicht durch die Reben und wir besuchen eines der schönsten Weingüter der Toskana, die Badia a Coltibuono, die Abtei der guten Ernte, eine von Napoleon aufgehobene Abtei mit umfangreichem Landbesitz. Seit über 900 Jahren wird hier Wein angebaut. Die Badia war Jahrhunderte im Besitz der Medici. Der spätere Medicipapst Leo X. sogar Abt dieses Klosters.

 

 

Stefano bringt Waltraud und uns mit dem Wagen hin. Wir hören leise Musik von Angelo Branduardi. Die Strecke ist atemberaubend, steile Gefällstrecken wechseln sich mit Dutzenden enger Kurven und Serpentinen ab. Ab und an kommt uns ein verkappter Ferraripilot rasant in seinem Fiat 500 entgegen. Die meiste Zeit fahren wir durch dichte Steineichenwälder. Was hier wohl für leckere Porcini wachsen?

 

Wir haben uns für eine Führung mit anschließender Verkostung von Weinen und Olivenölen der Badia angemeldet. Der Gebäudekomplex der Abtei liegt malerisch auf einer großen Waldlichtung.  Wieder vermischt sich  der Duft von Rosmarin, Salbei, wildem Thymian und Oregano mit Blütenaromen zu einer berauschenden Komposition.

 

Auf der einen Seite fällt unser Blick auf eine beeindruckende Gartenanlage, die wir nachher noch aufsuchen werden, auf der anderen Seite befindet sich in den ehemaligen Stallungen ein elegantes Restaurant. Die Küche ist berühmt, nicht zuletzt durch Lorenza de Medici.

 

Einzelne  Gebäudeteile der Abtei, wie die ehemaligen Klosterzellen, hat man zu Ferienwohnungen und Hotelzimmern umgebaut, in Anderen kann man Olivenöle und Weine aus eigener Produktion verkosten. Die bekannte Kochbuchautorin Lorenza de Medici gründete hier eine Kochschule und gab lange Zeit exklusive Kurse. Heute wird die Schule von ihrem jüngsten Sohn Guido Stucchi-Prinetti weitergeführt. Leider reicht die Zeit nicht, um an einem Kochkurs teilzunehmen. Vielleicht bei unserem nächsten Aufenthalt hier.

 

Etwas außerhalb an der Zufahrtsstraße zur Abtei liegt in einem alten Zollhaus „La Bottega di Coltibuono“. Hier kann man die Weine, die Olivenöle, den Grappa und den Essig der Badia erstehen.

 

Wir spazieren mit unserem Führer durch den im italienischen Renaissancestil erbauten Garten, besichtigen den mittelalterlichen Kreuzgang, werfen einen Blick in die alte Bibliothek der Abtei, deren über 3000 Bücher von den Besitzern der Familie Stucchi-Prinetti hier eindrucksvoll präsentiert werden. In den historischen Kellergewölben, der ehemaligen Krypta,  wird der heimische Wein in riesigen Holzfässern nur noch bis zur Reife gelagert. Die eigentliche Verarbeitung findet außerhalb in der Nähe von Monti in Chianti statt. Hier am Rande des Chianti Classico Gebietes wird ein vorzüglicher Wein produziert.

 

 

Als Abschluss und Höhepunkt der Besichtigung bleibt natürlich die Degustation, die Verkostung der vorzüglichen Weine und Olivenöle.

Auf einem Tischchen lockt eine Auswahl lokaler Wurst- und Käsespezialitäten. Dann kommt der Wein. Besondere Sorgfalt wird hier auf einen biologischen Anbau gelegt. Neben verschiedenen Chianti Classico und Chianti Classico Riserva bekommen wir auch einen Sangioveto und einen Vin Santo zum probieren. Der Cantiniere erklärt uns die verschiedenen Eigenheiten der einzelnen Sorten und Jahrgänge. Wie nicht anders zu erwarten, sind es Spitzenweine, die wir zum verkosten bekommen. Einer gehaltvoller und ansprechender als der Andere. Gut, dass wir nicht selber fahren müssen.

Auch der Grappa di Fattoria  wird ausschließlich aus Chianti, also aus Sangiovesetrauben gebrannt. Er ist strohgelb und riecht und schmeckt überaus aromatisch.

Zwei Olivenölsorten runden das Ganze noch ab, die nach frischen Kräutern duftenden  smaragdgrünen Sorten Albereto und das Campo Corto.

 

In der Bottega di Coltibuono ist die Qual der Wahl groß. Wir decken uns noch mit einer reichlichen Auswahl ein, bevor Luca uns mit dem Wagen abholt.

Glücklicherweise brauchen wir nur unsere Bestellung aufgeben, da der deutsche Vertriebspartner ins Haus liefert.

 

Gina, Stefanos Frau, hat uns ein Banchetto á la vignaiolo zubereitet und wir sitzen in großer Runde, Manfredo und Giulia sind auch vorbeigekommen, auf der Terrasse und genießen den lauen Abend. Luca hat uns seinen Hauswein kredenzt, einen sehr gelungenen Chianti Classico.

 

 

 

 

 

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  • #4

    wirbelwind vom Bodensee (Freitag, 05 November 2010 16:08)

    So, dann bin ich die nächste.

    Meine "grosse Liebe" ist die Toskana. Wir waren immer gerne dort und es gibt so viele Erinnerungen an eine wunderschöne Zeit.
    Aus Lindau grüsst
    Karin der wirbelwind

  • #3

    MissMelly (Dienstag, 02 November 2010 22:36)

    seufz.....da werden Erinnerungen wach.....
    Die Toscana ist wirklich ein herrliches Fleckchen Erde....
    Ich rieche förmlich den Rosmarin, den wilden Thymian und Oregano.
    Muss unbedingt auch mal wieder hin:-))

  • #2

    Anna M. Drack (Mittwoch, 08 September 2010 16:49)

    Fein dann bin ich der Zweite...
    Hier gewesen, durchgelesen...und Gruß hinterlassen
    Liebe Grüße aus Köln
    Anna

  • #1

    scrittore (Mittwoch, 18 August 2010 20:20)

    So, einer muß den Anfang machen


    ciao scrittore

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